Ihr Expertenmagazin rund um Digital Signage

"Das System muss sich in die Arbeit des Kunden einfügen und nicht der Kunde sich dem System anpassen"

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Interview mit Stefan Buchwald, Geschäftsführer, Basys GmbH

Videro: Herr Buchwald, was verbirgt sich hinter dem Unternehmens Basys GmbH?

Stefan Buchwald: Basys ist ein bereits recht altes und traditionsreiches Unternehmen, denn uns gibt es bereits seit mehr als 100 Jahren. Wir entwickeln, produzieren und vertreiben weltweit moderne Displaylösungen für die Bereiche Werbung und Wegeleitsysteme.

Außerdem entwickeln und fertigen wir für OEM-Kunden komplexe elektronische Anlagen, die wir auch in Serie hier am Standort Lüneburg montieren, wie z.B. Industriefarbscanner, Zubehör für Large Format Drucker und medizintechnische Geräte. Weitere Basys-Produkte sind beispielsweise Faltmaschinen für Pläne und Zeichnungen und Paper Handling Systeme für industrielle Drucker.

Eine besondere Kernkompetenz haben wir im Bereich der hauseigenen Feinblech- und Bauteilefertigung. Dadurch können wir von der technischen Konzeption über die Konstruktion, den Prototypenbau bis hin zur Serienfertigung alles unter einem Dach anbieten.

 

Videro: 100 Jahre ist ja eine beachtliche Zeit –  Digital Signage kann dann ja nicht der Ursprung sein. Wo kommt das Unternehmen her?

SB: Nein, stimmt. Die Basys GmbH wurde bereits 1914 als innovatives Unternehmen im Bereich grafischer Maschinen gegründet und wurde später Marktführer für Lichtpausanlagen. Das war noch bevor man Kopierautomaten entwickelt hatte, sprich das, wo auch der noch heute verwendete Begriff der Blaupause herkommt. Dort waren wir lange Zeit Marktführer in Deutschland.

 

Videro: Wie hat sich das Ganze dann weiterentwickelt?

SB: Die Technologie hat sich immer weiter automatisiert und hin entwickelt zu Großkopierern und Großdruckern als CAD-Systemen. Über diese Techniken sind wir zum Thema Motion-Displays gekommen, diesen auch heute noch eingesetzten Plakatvitrinen, in denen mehrere Plakate abwechselnd gezeigt werden können. Von da aus, ist alles immer digitaler geworden und wir haben hier auch früh den Markteinstieg in das Thema Digital Signage gesucht.

 

Videro: Mit wie vielen Mitarbeitern betreiben Sie ihr Geschäft?

SB: Wir beschäftigen circa 40 Mitarbeiter und machen mit dieser Mannschaft eigentlich alle Produktionsschritte selber, von der eigenen Konstruktion - natürlich alles in 3D - bis zur eigenen Blechfertigung und Montage.

 

Videro: Was waren Ihre ersten Projekte in dem Bereich?

SB: Wie ich vorhin sagte, entwickelte sich für uns das Thema Digital Signage aus dem Bereich der Motion-Displays heraus. Hier hatten wir schon sehr früh, vor allem über Kunden aus der Tabakindustrie und dem Einsatz der neuen digitalen Medien an Tankstellen, vom Zahlteller bis zum Tresendisplay, digitale Systeme im Einsatz. Und auch noch heute sind wir ein Anbieter der vom Zahlteller bis zum 98-Zoll-Display alles anbietet.

 

Videro: Wo geht bei Installationen ihrer Meinung nach der Trend hin?

SB: Der geht für uns ganz klar in Richtung Interaktivität, also Hardware, die u.a. über Touch, aber auch NFC und andere Technologien, mit den Nutzern interagieren kann. Wir bieten hier nicht nur einfache Anzeige- oder Infosysteme an, sondern zum Teil auch sehr komplexe Hardware, wie beispielsweise das Gesundheitsterminal, das in Apotheken zur Kommunikation von Krankenkassen mit Versicherten über die Krankenkassenkarte eingesetzt werden kann.

 

Videro: Das klingt in jedem Fall nach viel Technik und auch Aufwand.

SB: Allerdings. Das geht los bei Gematik geprüften Kartenlesern über Sign-Pads, NFC-Module, Drucker, Dokumentenscanner, Portraitkamera und so weiter – und natürlich alle damit verbundenen Themen wie Datenschutz und Sicherheit allgemein.

 

Videro: Seit wann kennen Sie Videro bzw. arbeiten Sie mit Videro zusammen?

SB: Wir kennen uns seit etwas mehr als zwei Jahren und arbeiten seit dem letzten Jahr intensiv zusammen. Zunächst gab es ein Projekt im Bereich Automobilhandel und darüber sind wir immer intensiver zusammengekommen, da es von den Produkten, aber auch von den Menschen, sehr gut zusammenpasst.

 

Videro: Welche Hardware setzten Sie in diesem Projekt ein?

SB: Bei den Videro-Projekten sind es in der Regel Stelen und Bildschirme bis zu 84-Zoll. Der Großteil davon ist touchfähig, also mit kapazitivem Touch, denn wie gesagt, da geht für uns ganz klar der Trend hin - weg von Digital Signage hin zu Active-Signage.

 

Videro: Heißt das, Kunden gewöhnen sich auch immer mehr daran, dass sie mit solchen Systemen interagieren können?

SB: Ja, es wird immer öfter vorausgesetzt und erwartet. Die meisten gehen ja auch im privaten Bereich täglich mit Touchtechnologie um, durch die Smartphones und Pads. Diese Anwendungen sind beispielsweise oft in der Touristeninformation und Orientierung zu finden. Ein anderes Beispiel ist der Autohandel, z.B. im Bereich Gebrauchtwagen. Dort gibt es oft sehr große Angebote und typischerweise kommen Interessenten am Sonntag vorbei, wenn keine Verkäufer anwesend sind. Hier können interaktive Informationssysteme sehr hilfreich sein.

 

Videro: Nur Indoor oder auch Outdoor?

SB: Es geht immer öfter auch um Outdoor, denn auch hier ist immer mehr bezahlbare Hardware, die den besonderen Bedingungen gerecht wird, verfügbar.

 

Videro: Hier sind die Herausforderungen sicherlich, aufgrund der äußeren Bedingung, deutlich größer.

SB: Absolut. Wir sind beispielsweise im Touristikbereich mit einem Projekt gestartet, dass eigentlich kaum anspruchsvoller sein könnte, mit Installationen direkt  am Wasser auf der Strandpromenade in Büsum an der Nordsee. Dort haben sie alles, Wind und Wetter und auch noch Sand und möglicherweise Sturmfluten, aber die Hardware ist inzwischen auch für solche Umstände gerüstet. Die Geräte laufen seit Jahren einwandfrei.

 

Videro: Nun nützt natürlich auch die schönste Hardware nichts, wenn die Inhalte nicht stimmen. Wo sehen Sie als Hardwareexperte die Herausforderungen in der inhaltlichen Gestaltung?

SB: Die Herausforderungen liegen in der Bedienerfreundlichkeit und dem Nutzwert. Ich denke hier hat gerade Videro in vielen Projekten, unter anderem auch im Automobilbereich, eine sehr gute Entwicklung durchgemacht.

 

Videro: Wie sehen Sie insgesamt die aktuelle Marktentwicklung im Bereich Digital Signage?

SB: Die Anfragen nehmen ganz klar zu, auch wenn der deutsche Markt sicher nicht führend ist und auch viele Kunden immer noch dazu neigen, Hardware im Elektroeinzelhandel besorgen zu wollen. Die dort angebotenen Displays sind allerdings nicht für den professionellen Einsatz geeignet.

 

Videro: Wir sehen auch immer mehr die Einbindung von Handys in die Kundenkommunikation am POS.  Wird hier das Smartphone immer mehr den großen Screen ablösen?

SB: Das sehe ich nicht, wobei die Verbindung der beiden sicher immer interessanter wird. Wir gehen hier eher davon aus, dass es sich immer öfter um eine Art Second-Screen-Konzept handeln wird. Die Bereitschaft von Kunden, sich beispielsweise für jeden Laden eine eigene App zu laden, ist aus unserer Erfahrung heraus sehr begrenzt. Ein viel größeres Thema ist, wie man im Laden ein besseres Einkaufserlebnis bieten kann und da geht meist an interaktiven Angeboten über größere Displays kaum ein Weg vorbei. Gerade im Zusammenspiel der unterschiedlichen Elemente ist Videro ja auch sehr gut aufgestellt.

 

Videro: Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit Videro?

SB: Wir haben eine sehr vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Wir arbeiten auch nur mit Partnern zusammen, auf die wir uns sicher verlassen können und das Gefühl haben wir bei Videro in jedem Fall.

 

Videro: Und wie schätzen Sie die Leistungsfähigkeit der Videro-Plattform allgemein ein?

SB: Im Retailbereich ist für mich Videro ganz klar von der Leistungsfähigkeit die Nummer eins. Das sage ich nicht, weil wir gerade zusammenarbeiten, denn natürlich hatten und haben wir auch andere Partner und Lösungen. Es gibt hier auch andere Systeme, die viel können, aber die Kombination aus Leistungsfähigkeit, individueller Anpassbarkeit und dem Service den Videro bietet, ergibt ein Gesamtpaket, das mit Geld eigentlich kaum zu bezahlen ist, weil sie sich sicher sein können, hier wirklich eine optimal passende Lösung zu bekommen. Vor allem bekommen sie eine Lösung, die sie auch bedienen können und an der sie nicht verzweifeln.

 

Videro: Bedienbarkeit ist für Sie also ein Kernargument?

SB: Sicher, wenn Sie als Retailkette ein Digital Signage System einführen, möchten Sie doch nicht zusätzlich fünf Softwarespezialisten und Programmierer einstellen oder ausbilden, um sich dem System anzupassen. Vielmehr soll sich das System in ihre Arbeit einfügen und in ihre Strukturen, also muss jeder beteiligte Mitarbeiter damit umgehen können- und das ist genau das, was Videro bietet. Der Nutzer muss bei Videro nicht wissen, wie bestimmte Dinge am Ende funktionieren, aber er kann sich sicher sein, dass ein Swipe am Ende das tut, was er soll. Hier geht Videro eindeutig den richtigen Weg, wenn sie Flexibilität bei höchster Nutzerfreundlichkeit ins Zentrum stellt.